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Wann: 15.04.2015, 19:00 Wo: Haus der SeniorInnen, Bad Kreuznach

Schwalbenhof 2012 – Rückblick

von / Dienstag, 01 Januar 2013 / Veröffentlicht inNeuigkeiten

Das vergangene Jahr stand ganz unter dem Stern der neuen Käserei. Mit vereinten Kräften haben wir den Umzug von der alten Quarkküche in die neuen Räumlichkeiten der Käserei geschafft. Ein Meilenstein nach einigen Jahren zahlreicher Schwierigkeiten auf dem Weg dahin. Jungbauer Marian hat sich entschieden, den Milchverarbeitungsbereich verantwortlich zu übernehmen und sich weiterzubilden. So genießen wir bereits die ersten leckeren Kreationen an Joghurt, Quark, Maitalern und Frischkäse. Marian ist sehr experimentierfreudig und kreativ an der Arbeit. Für die heiß begehrte EU-Zulassung braucht der Käsekeller allerdings noch einige Veränderungen, erst dann dürfen wir im großen Stil produzieren. Wir freuen uns über die Perspektive, unseren Kunden eine breitere Palette hofeigener Produkte anbieten zu können.

Das landwirtschaftliche Jahr war eher durchwachsen hinsichtlich der Witterung und der Ernteergebnisse. Nach einem trockenen Winter folgte bis April ein noch trockenerer Frühling. Das heißt, die Frühjahresaussaat mussten unsere Landwirte Anselm, Clemens, Marian, Geselle Simon und Lehrling Niklas in staubige Erde legen. Das Sommergetreide hatte entsprechend Schwierigkeiten anzukeimen, auch das Wintergetreide wurde sichtlich dürr, und die Weiden waren bereits im März braun. Vom Jahr 2011 waren alle Futtervorräte aufgebraucht. Anselm überlegte tatsächlich, sich von Tieren zu trennen. Erst als die Berliner Waldorfschule im April zum Landwirtschaftspraktikum kam, fielen die ersten Regentropfen. Kurioserweise erlebten die Schüler ein völlig durchnässtes Praktikum! Sie behielten tapfer ihre gute Berliner Laune und freuten sich mit uns über das notwendige Nass. Ab diesem Zeitpunkt ließ der Regen bis in den August hinein nicht mehr locker. Das erforderte Flexibilität und schnelles Reaktionsvermögen von unseren Bauern. „Da muss man sich ja das Heu vom Acker klauen“ kommentierte Clemens die Heubergung. Sobald es regenfrei war, wurden einige wenige Hektar gemäht, um wenigstens portionsweise Futter rein zu bringen. Die große Heuernte erfolgte erst im Juli!!

Unter der extremen Witterung hatten auch die Bienenvölker vom Imkerteam Robert und Susanne zu leiden. Sowohl die Vitalität der Völker als auch der Honigertrag ließen sehr zu wünschen übrig. Die Sommerernte fiel beinahe ganz „ins Wasser“. Die Bienen konnten in der Hauptblütezeit bei ständigem Regenwetter kaum fliegen. Stattdessen mussten sie mit Hilfe von Imkerlehrling Matthias gefüttert werden, um sie vor dem Verhungern zu retten. Erfreulich jedoch war die Vermehrung der Völker um fast das Doppelte!

Die außergewöhnliche Witterung beeinflusste natürlich auch den Ackerbau und dessen Erträge. Die durch die Trockenheit lichten Bestände boten eine gute Grundlage für reichen Beikrautwuchs. Von weitem schon leuchteten unsere bunt blühenden Bio-Äcker. Die Ernte fiel ganz unterschiedlich aus: Von großen bis ganz kleinen Getreidekörnern war alles dabei. Die Bäckerin Lisa bekam das wiederum in der Weiterverarbeitung zum Holzbackofenbrot zu spüren. Bisher waren aber unsere Kunden mit den leckeren Broten konstant zufrieden, und der Absatz stieg sogar etwas an.

Ebenfalls Tendenz steigend ist die Nachfrage unserer Rinder- und Wollschwein Spezialitäten. Die Zahl selbst vermarkteter Tiere ist rekordverdächtig! Das geschmackvolle Wollschweinfleisch hat sich mittlerweile herumgesprochen und wird uns regelrecht aus den Händen gerissen. Leider wurde Wollschweineber Eddi impotent, wodurch die Nachwuchsflut etwas ins Stocken geriet. – Wollschweinfleisch bleibt also erst mal eine Rarität! Fleischbestellungen zu den Schlachtterminen können im Hofladen, auf dem Wochenmarkt in Bad Kreuznach oder via email über kontakt@schwalbenhof.de abgegeben werden. Die aktuellen Schlachttermine sowie das Formular finden Sie zum downloaden auf der Homepage unter www.schwalbenhof.de.

Erfreulich verliefen die Landwirtschaftspraktika mit fünf Waldorfschulen für jeweils zwei Wochen. Die Rüben und Kartoffeln wurden gehackt, Steine gesammelt, Zäune freigeschnitten, Disteln geköpft, Ampfer gezogen und natürlich auch einiges geerntet. Die vielen Anfragen für Landwirtschaftspraktika von Schulen für das Jahr 2013 können wir gar nicht alle bedienen, betreuen aber bereits eine Klasse mehr als sonst. Die rege Nachfrage ist sehr erfreulich und zeigt wie erfolgreich die Arbeit mit den Schülern ist. Auch wenn sich einige Schüler zwei Wochen lang durch den ungewohnten und arbeitsreichen Alltag quälen – das Erleben und Arbeiten mit dem Lebendigen berührt die meisten doch sehr. Einen pfleglichen Umgang mit dem Boden, den Pflanzen und den Tieren zu vermitteln – das ist uns ein Herzensanliegen.

Der Demoerprobte Clemens zog im Oktober mit rund 1.000 anderen Traktorfahrern vor die EU-Kommission in Brüssel, um den Verhandlungspartnern der EU-Agrarpolitik den Unmut über ihre industriell geprägte Orientierung auszudrücken. Spektakulär verqualmte ein brennender Hänger das Kommissionsgebäude und eine Milchfontäne auf die schicke Glasfront trübte die Aussicht der Sitzungsteilnehmer. Die systematische Benachteiligung und Ausrottung der klein- und mittelgroßen bäuerlichen Betriebe kann nicht länger stillschweigend hingenommen werden. Auch Marian machte sich aktuell am 19. Januar 2013 auf einer Demo unter dem Motto „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ für eine bäuerliche Landwirtschaft in Berlin stark.

Die Ausrichtung der politischen Landschaft erweckt den Wunsch nach mehr Unabhängigkeit. Die Idee der Solidarischen Landwirtschaftist eine der Möglichkeiten, dies zu erreichen. Ein Kreis interessierter Menschen bildet sich hierbei rund um den Hof und sichert so das langfristige Fortbestehen einer lokalen, qualitativ hochwertigen, unabhängigen und „sauberen“ Lebensmittelversorgung. In welcher Form die CSA (Community supported agriculture) für den Schwalbenhof umgesetzt werden kann, ist eine der Fragen, die uns 2013 beschäftigen wird. Haben auch Sie Interesse an einem Schwalbenhof-CSA-Projekt? Bitte schicken Sie uns eine email an kontakt@schwalbenhof.de.

Vieles gäbe es noch zu berichten aus dem Jahr 2012: Seminare, Lernort Bauernhof, Urlaubsgäste, Lehrlingswechsel – wir freuen uns Sina bei uns zu haben, Praktikanten, die uns tatkräftig zur Seite gestanden haben und vieles mehr. Eines möchten wir doch noch gerne berichten: 2012 erweiterte sich das ganz persönliche Glück von Melanie und Marian durch die Geburt des kleinen Jonte. Auch Anna und Anselm konnten ab November den kleinen Lion im Arm halten. Mit Ava und Nuria ist jetzt also eine richtige Rasselband auf dem Hof unterwegs, die uns mit ihrer bunten und kreativen Kinderwelt bereichert und auf Trab hält.

Für das Jahr 2013 werden alle Anstrengungen in das Projekt Kuhstallbau fließen. Die Liegeboxen und das Dach des Kuhbereiches konnten mit Hilfe von Schülern aus Nürnberg und Freunden fertiggestellt werden. Die Fressgitter sind bestellt, fehlt noch die Befestigung des Hofes, der Melkstand und die Scheune mit Heutrocknung.

Mit vielen Plänen und guten Vorsätzen erwarten wir das kommende Jahr und wünschen allen Freunden, Kunden und Interessierten ebenfalls ein gutes und erfülltes Jahr 2013! Vielleicht begegnen wir uns auf dem Hoffest am 08. Juni !!

Mit freundlichen Grüßen aus dem Hunsrück,

das Schwalbenhofteam

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Schwalbenhof e.V: Ktnr.: 2005874, BLZ 56050180, SpK Rhein-Nahe

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