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Wann: 15.04.2015, 19:00 Wo: Haus der SeniorInnen, Bad Kreuznach

Rückblick in das Jahr 2014

von / Dienstag, 27 Januar 2015 / Veröffentlicht inNeuigkeiten

Landwirtschaftlich war 2014 ein Jahr der Extreme, oder müssen wir uns etwa daran gewöhnen? Nach einer langanhaltenden Frühjahrstrockenheit nach der Aussaat der Sommergetreidesorten, folgte eine intensive Regenzeit direkt zur Ernte. Der Regen hatte in den bereits lichten Beständen dazu geführt, dass unsere Äcker in Biodiversität „ertrunken“ sind. Anselm und Clemens haben portionsweise das Getreide gedroschen und getrocknet, um das Korn einlagern zu können. Leider haben wir die bisher schlechteste Ernte des Hofes zu verzeichnen. Glücklicherweise haben wir den wirtschaftlichen Rutsch ins neue Jahr doch noch geschafft.

Erfreulicherweise fuhren Anselm und Clemens gemeinsam mit Lehrling Daniel eine sehr gute Silo- und Heuernte ein. Das Grünland war so wüchsig, dass im Herbst ein Grünschnitttransfer gemacht wurde. Mähgut wurde auf die Äcker gebracht, um diese mit Nährstoffen anzureichern.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle die tatkräftige Unterstützung durch zahlreiche Langzeit- Praktikanten wie Milan (jetziger Auszubildender), Lion, Josefine (zukünftige Auszubildende) und viele mehr. Höchst erfreulich, dass sich doch so viele junge Menschen aus reinem Interesse an der Landwirtschaft freiwillig viele unzählige Stunden integrieren und engagieren. Vielen herzlichen Dank dafür!!

Ähnlich tatkräftige Mitarbeiter hatte die Imkerei mit Sascha, Marius und anderen die mit den beiden Imkern Robert Friedrich und Susanne Weirich gut beschäftigt waren. Viele zusätzliche Bienenvölker sind entstanden, die sich mit Hilfe eines Schwarmplatzes auf natürliche Art und Weise bilden konnten. Die Geräte zum Schleudern und Abfüllen von Honig sind nun auch nach Berschweiler gezogen und wurden bereits von einigen Besuchsgruppen besichtigt. Imkerin Susanne Weirich hat Ihren Lebensmittelpunkt nun auf den Dottenfelderhof verlegt, steht der Imkerei aber immer noch zur Seite. Die Imkerei sucht personelle Verstärkung.

Mit viel Unterstützung bei der täglichen Arbeit konnten wir baulich einiges voran bringen. Die Stalleinrichtungen mit Fressgitter, Liegeboxen und Entmistungsabwurf konnten fertig gestellt werden. Die Kühe haben den neuen Stall wunderbar angenommen und strecken erstaunlicherweise selten ihre Nasen in den Laufhof. Die Herde wirkt sehr ruhig und zufrieden. Der Melkstand ist gut gediehen und kann im Frühling 2015 eingeweiht werden. Danach steht die Einrichtung der Heutrocknung an. Damit können wir auf Silofütterung verzichten und erhalten ganzjährig Käserei-taugliche Milch höchster Qualität.

Marian hat die Ausbildung zur handwerklichen Milchverarbeitung (VHM) erfolgreich abgeschlossen und im Mai den ersten Bergkäse produziert. Das Sortiment umfasst mittlerweile Weich-, Schnitt- und Bergkäse, sowie diverse Milchfrischeprodukte. Zur Käseprämierung haben der `Schwalbert (Camembertart), der Wiesentaler (Schnittkäse) und der Berschkäse den Publikumspreis und den Qualitätspreis erhalten. Marian hat die Käserei an diversen SooNahe-Veranstaltungen, Märkten und Gastronomietreffen erfolgreich präsentiert und Besucher mit seinem Schaukäsen in den Bann gezogen. Landfrauengruppen und Altbürgermeister erhielten einen Einblick vor Ort.

Die Landfrauengruppen, sowie diverse Grundschulen, Kindergärten und Förderschulen wurden zu unterschiedlichen Themen über den Hof geführt. Außergewöhnlich war ein Tag an dem insgesamt rund 90 Schüler auf dem Hof waren. Die 5. Klasse des Göttenbach Gymnasiums, Idar Oberstein traf auf die 9. Klasse der Waldorfschule Gröbenzell mit ihrem zweiwöchigen Praktikum. Eine Gruppe der Jugendlichen der Waldorfschule durfte die Schüler der 5.Klasse durch die vorbereiteten Arbeitsstationen führen. Mit allen Sinnen tasteten, schmeckten, rochen, beobachteten die jungen Menschen die Bestandteile der Milchviehhaltung. Viele neue Ideen bringt Anna von dem Zertifizierungskurs für Bauernhofpädagogik mit, die häufig umgesetzt werden. Erfreulich ist eine Zusammenarbeit mit dem Kindergarten Bergen, die Dank regionaler Sponsoren zustande gekommen ist. Im Laufe eines Jahres sollen mit den Kindern die Tiere und Pflanzen, aber auch der Boden erlebbar gemacht werden. Die Berliner Organisation „Slow Food“ finanziert Schulen einen Bauernhofaufenthalt zum Thema „Teller statt Tonne“, worüber einige Veranstaltungen umgesetzt wurden.

Die Arbeit mit den Landwirtschaftspraktika der Waldorfschulklassen verlief gut, allerdings wird immer deutlicher, dass in dem Bereich eine große Baustelle auf uns wartet. Die pädagogische Arbeit ist ideell, und auch finanziell ein außerordentlich wichtiges Standbein des Hofes geworden. Die Unterkunft, Küche und das Bad sind veraltet. Dringend müssten größere Umbaumaßnahmen stattfinden. Wir haben bereits ein baubiologisch, energieeffizientes Gebäude geplant. Leider sind die finanziellen Mittel für solch ein Projekt noch nicht geklärt. Im kommenden Jahr wird das Vorantreiben des Neubaus zu Schulungszwecken einen wichtigen Stellenwert einnehmen.

Ganz neu am Schwalbenhof ist seit September das Hühnermobil mit 220 demeter-Legehennen und 5 Hähnen. Die Finanzierung lief über ein Agrarförderprogramm und ein Privatdarlehen – dafür ganz herzlichen Dank!! Das Hühnervolk hat sich wunderbar eingelebt und freute sich bis in den Dezember hinein über immer frische Weide. Kaum waren die Auslaufluken am neuen Standplatz wenige cm offen, quetschten sich bereits die ersten Hühner ins Freie. Diese ständig aktiven, pick- und scharrfreudigen Tiere sind wirklich lustig zu beobachten.

Eine weitere Neuheit ist die Erweiterung des Gemüseanbaus um eine Ackerfläche. Melanie baut auf Dammkulturen unterschiedliche samenfeste Kulturen an. Zwei Familien wurden im Rahmen einer „Versuchs-CSA“ (CSA = Community Supported Agriculture oder dt.: Solidarische Landwirtschaft) mit Gemüse versorgt. Im Dezember wurde noch ein Gewächshaus am Ackerrand aufgebaut. Geplant ist den Gemüsebau im kommenden Jahr noch weiter zu intensivieren und die hofeigene Gemüsevielfalt zu erweitern.

Bereits im vergangenen Jahr haben wir den Gedanken einer solidarischen Landwirtschaft gehegt und gepflegt. Am 01. März um 15:00 soll ein Treffen mit einem konkreten Startschuss für Interessierte stattfinden. Wir freuen uns über alle Freunde und Kunden, die mit uns in dieses interessante Projekt einsteigen wollen.

Auch schon mal vormerken: am 18. Juli 2015 ab 10:00 findet das legendäre Schwalbenhoffest statt!!

Wir haben ein Spendenkonto für den geplanten Schulungsneubau eingerichtet. Das Gebäude soll mit Strohballen in einer Holzständerbauweise errichtet werden. Darin ist Platz für eine großräumige Küche, einen Aufenthalts/Seminarraum und Sanitäranlagen. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung für alle Schulklassen, Feldmesspraktika und Klassenfahrten, die durch Ihre Hilfe den Schwalbenhof als Lernort weiterhin nutzen können.

Schwalbenhof e.V: IBAN: DE52560501800017033838, BIC: MALADE51KRE

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Schwalbenhofteam

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